Erste Informationen für Schwangere
Sie sind schwanger- und sicher stellen Sie sich viele Fragen, wie Sie sich nun in der Schwangerschaft verhalten sollten. Seien Sie unbesorgt – wenn Sie sich nach den Signalen Ihres Körpers richten, können Sie nicht viel falsch machen. Es gibt trotzdem ein paar Dinge, die Sie beachten sollten.
Für Fragen stehen wir natürlich gerne zur Verfügung.
Ernährung und Vitamine
Wenn Sie sich vielseitig und vitaminreich (Obst, Gemüse, Milch, Milchprodukte, Vollkornprodukte) ernähren, brauchen Sie keine Multivitaminpräparate. Zwei Vitamine sollten Sie trotzdem in der Schwangerschaft in Tablettenform einnehmen, und das so bald wie möglich (gibt es nicht auf Rezept):
- Folsäure (800 Mikrogramm/Tag bis zur 13.Schwangerschaftswoche, 400 Mikrogramm/Tag bis Beginn des 5.Monats) gegen den „offenen Rücken“ beim Baby sowie Jod (200 Mikrogramm/Tag für die ganze Schwangerschaft und Stillzeit) gegen Kropfbildung und schilddrüsenhormonmangelbedingte geistige Behinderung beim Kind und zur Versorgung Ihrer eigenen Schilddrüse. Diese sind z.B. enthalten in „Folio“ sowie in Multivitaminpräparaten wie „VitaVerlan“, „Femibion“, Centrum materna“, „Neovin“ und andere. Falls Sie geraucht haben, empfiehlt sich eine Menge von 800 Mikrogramm Folsäure/Tag!
- Im Fall von Schilddrüseneerkrankungen lassen Sie baldmöglich die aktuelle Schilddrüsenfunktion überprüfen und fragen Sie nach, ob Sie 200 Mikrogramm Jod zusätzlich nehmen dürfen.
Allgemeines zu Ernährung und Lebenswandel
Es ist normal, wenn Sie sich in der Frühschwangerschaft extrem müde, reizbar oder traurig fühlen, das geht vorbei.
Sie sollten nicht für 2 essen, und Sie sollten sich bewegen wie sonst auch. Die übliche Gewichtszunahme bis zur 20.Woche beträgt 5kg, für die gesamte Schwangerschaft 12kg. Ein anfänglicher Gewichtsverlust schadet dem Wachstum des Babys nicht. Gegen die Übelkeit der ersten Wochen helfen mehrere kleine Mahlzeiten. Essen Sie, worauf Sie Lust haben. Oft helfen bei Morgenübelkeit Kekse, Zwieback, saure Säfte, die man schon vor dem Aufstehen nimmt, Ingwertee oder Vitamin-B-Komplex .
- Kein rohes oder „blutig“ gebratenes Fleisch essen, keinen Rohschinken, Räucherwürste, Salami…
- Keine Rohmilch trinken, keinen Rohmilchkäse essen
- Trinken Sie reichlich! Mehr als 2 Liter Flüssigkeit pro Tag beugen Verstopfung, Kreislaufbeschwerden und Blasenentzündung vor (max. 3 Tassen Kaffee oder 6 Tassen Schwarztee pro Tag)
- Vorbeugung von Osteoporose (Knochendichteverlust) mit Milch, Hartkäse und anderen Milchprodukten, Brokkoli, Grünkohl und genug Bewegung. Selten sollten Calcium-Tabletten nötig sein.
- Zur Verbesserung der kindlichen Sehschärfe und Gehirnfunktion werden Omega-3-Fettsäuren empfohlen: 1x pro Woche Seefisch (auch nicht öfter wegen der Quecksilberbelastung) oder ab der 24.Woche z.B.„Femibion plus“ aus der Apotheke.
Wichtig:
- Verzichten Sie auf das Rauchen! Auch in der Umgebung der Schwangeren sollte nicht geraucht werden.
- Kein Alkohol, auch nicht in geringen Mengen
- Keine Drogen
Medikamente
- Informieren Sie uns bitte sofort, wenn Sie aktuell Medikamente einnehmen, um zu klären, ob diese in der Schwangerschaft erlaubt sind. Müssen Sie wegen einer Grunderkrankung Medikamente einnehmen, weisen Sie Hausarzt oder Hausärztin bzw. in der Apotheke darauf hin, dass Sie schwanger sind. Viele Medikamente sind unbedenklich.
- Bei Kopfschmerzen und bei Fieber dürfen Sie in der Schwangerschaft bis zu * 1000mg Paracetamol pro Tag (das sind 1-2 Tbl) einnehmen
Pflanzliche Mittel wie beispielsweise Bronchipret, Immunopret oder Prospan bei grippalen Infekten oder Husten, Sinupret bei Nasennebenhöhlenentzündung sind unbedenklich - Ingwertee hilft manchmal bei Übelkeit
- Bei Sodbrennen: Hausmittel sind Milch, Nüsse. Kleine Abendmahlzeiten, Schlafen mit hochgelagertem Oberkörper sind hilfreiche Maßnahmen. Rennie, Maaloxan oder Riopan aus der Apotheke darf ohne Schaden für’s Kind eingenommen werden.
- Salbeibonbons gegen Halsweh
- Homöopathische Medikamente sind erlaubt
Sonstiges
- Wenn bei Ihnen in dieser oder während einer vorausgegangenen Schwangerschaft eine chronische Erkrankung vorliegt oder vorgelegen hat, informieren Sie uns bitte.
- Wenn Sie selbst oder einer Ihrer Verwandten zuckerkrank ist (Diabetes Mellitus), wenn Sie schon Diabetes, Thrombosen, Embolien oder Bluthochdruck in einer vorangegangenen Schwangerschaft hatten, wenn mehrere Fehlgeburten, eine Totgeburt oder Kinder über 4500g schwer waren, sollten Sie uns ebenfalls informieren. Hier wären frühzeitig zusätzliche, spezielle Untersuchungen wie z.B. ein Zuckerbelastungstest, Doppleruntersuchung der kindlichen Blutgefäße, Spezialultraschall etc. nötig.
- Informieren Sie Ihre Arbeitgeber sofort über Ihre Schwangerschaft, wenn Sie mit Röntgenstrahlen, Blut, Chemikalien, giftigen Dämpfen zu tun haben. Für Schwangere gelten besondere Schutzvorschriften, z.B. ist Nachtarbeit zwischen 20.00 und 6.00 Uhr, das Heben von Lasten >10kg, dauerndes Stehen oder Sitzen, Akkordarbeit per Mutterschutzgesetz verboten.
- Es besteht Kündigungsschutz, auch während der Probezeit!
- In der Schwangerschaft ist das Thromboserisiko erhöht, deshalb sollten Sie bei langen Autofahrten oder Flugreisen dafür sorgen, dass Sie regelmäßig und häufig die Beine bewegen und umhergehen.
- Längere Aufenthalte im Gebirge über 2000 Meter Höhe sollten Sie vermeiden.
- Reinigen Sie Ihre Zähne in der Schwangerschaft besonders gründlich, weil Zahlfleischentzündungen und Karies häufiger sind. Notwendige Zahnbehandlungen sollten nicht aufgeschoben werden: es darf auch in der Schwangerschaft gebohrt und örtlich betäubt werden.
Ich möchte Sie noch auf die Möglichkeit des 1.Trimesterscreenings (=Ultraschallmessung der Nackenfalte kombiniert mit einer Blutuntersuchung), der Bestimmung von Antikörper gegen Toxoplasmose; Streptokkenscreening, den Zuckerbelastungstest sowie das Angebot dieser Praxis, die integrierte Hebammenvorsorge in der Schwangerschaft wahrzunehmen, hinweisen.
Auf Wunsch erhalten Sie weitere Informationen hierzu.
